— Der Guide
Nasenpiercing Arten: alle Stellen im Überblick
Nasenpiercing Arten auf einer Skizze: Nasenflügel, High Nostril, Septum, Bridge, Rhino und Nasallang, mit Schmerz, Heilung und Schmuck.
Die wichtigsten Nasenpiercing Arten sind der Nasenflügel, der hohe Nasenflügel, das Septum, das Bridge Piercing und ein paar seltenere Varianten wie Rhino und Nasallang. Sie sehen nicht nur verschieden aus, sie fühlen sich auch anders an, heilen anders und tragen anderen Schmuck. Ein kleiner Stecker im Nasenflügel und ein vertikales Rhino durch die Nasenspitze haben kaum mehr gemeinsam, als dass beide in deinem Gesicht sitzen. Dieser Guide zeigt alle Stellen auf einer einfachen Skizze, vergleicht sie in einer Tabelle und geht dann jede einzeln durch, damit du das Nasenpiercing findest, das zu deinem Gesicht, deiner Anatomie und deinem Alltag passt.
Wenn du für dein erstes Piercing vergleichst, hier die Kurzfassung: Der Nasenflügel ist der vielseitige Klassiker, das Septum heilt schnell und lässt sich gut verstecken, und die ausgefallenen Stellen hebst du dir besser für später auf, bei einem Piercer, der sie schon oft gestochen hat.
Nasenpiercing Arten im Überblick
Jede Zahl auf der Skizze steht für eine der Nasenpiercing Stellen, die weiter unten erklärt werden. Double Nostril und Austin Bar sind nicht eingezeichnet, weil sie Varianten derselben Bereiche sind.
Die Tabelle zeigt, was für jede Stelle typisch ist. Schmerz ist sehr individuell und die Heilung verläuft bei jedem anders: Nimm die Angaben als grobe Orientierung, nicht als Versprechen. Die Schmerzwerte folgen unserem Guide, welche Piercings am meisten wehtun, und die Heilzeiten unserer Übersicht zur Heilungsdauer von Piercings.
| Stelle | Wo | Typischer Schmerz | Typische Heilung | Üblicher Schmuck |
|---|---|---|---|---|
| Nasenflügel | Seitlich am Nasenflügel, in der Falte | Gering, etwa 3/10 | 4 bis 6 Monate | Stecker, L-Stecker, Nasenspirale; nahtloser Ring oder Clicker nach dem Abheilen |
| Hoher Nasenflügel | Weiter oben seitlich an der Nase | Mittel, mehr Druck als am Nasenflügel | Oft länger als am Nasenflügel | Kleiner Stecker mit flacher Rückseite |
| Septum | Sweet Spot zwischen den Nasenlöchern | Mittel, etwa 5/10, sehr kurz | 6 bis 8 Wochen | Clicker, Hufeisen, nahtloser Ring |
| Bridge | Haut zwischen den Augen | Ein kräftiges Kneifen, nur Haut | Mehrere Monate | Gerader oder gebogener Barbell |
| Rhino | Vertikal durch die Spitze | Eher intensiv | Lang, oft länger als am Nasenflügel | Gebogener Barbell |
| Nasallang | Nasenflügel, Septum und Nasenflügel mit einem Stab | Eher intensiv | Lang, oft länger als am Nasenflügel | Gerader Barbell |
Nasenflügelpiercing: Welche Seite passt zu dir?
Das Nasenflügelpiercing geht durch den dünnen Knorpel seitlich an der Nase, meist in der natürlichen Falte, wo sich der Nasenflügel wölbt. Es ist mit Abstand das häufigste Nasenpiercing, und das aus gutem Grund: Es geht schnell, steht fast jedem Gesicht und trägt nach dem Abheilen alles vom winzigen Stecker bis zum feinen Ring. Die meisten beschreiben einen scharfen Stich, bei dem die Augen tränen, dann ist es vorbei. Die Heilung dauert meist 4 bis 6 Monate, und ein Nasenflügel fühlt sich oft schon lange gut an, bevor er innen wirklich verheilt ist.
Bei der Frage nach der Seite gibt es kein Richtig oder Falsch. In manchen Traditionen, vor allem in Südasien, ist die linke Seite üblich. Ansonsten entscheiden die meisten nach Optik: die Seite des Scheitels, die vermeintlich bessere Fotoseite oder die Seite, auf der sie nicht schlafen. Setz dir auf beiden Seiten einen kleinen Punkt mit Eyeliner oder lass deinen Piercer beide markieren, und schau im Spiegel, was dir besser gefällt.
Ist das erste gestochen, lässt es sich leicht ergänzen. Ein Double Nostril setzt ein zweites Piercing auf dieselbe Seite, knapp darüber oder etwas dahinter, und manche wählen für einen symmetrischen Look je eins pro Seite. Dein Piercer prüft vorher, ob auf deinem Nasenflügel genug Platz ist.
Hohes Nasenflügelpiercing (High Nostril)
Ein High Nostril sitzt weiter oben seitlich an der Nase, oberhalb der Falte, wo der Knorpel fester und das Naseninnere enger ist. Eine zarte, moderne Stelle, die wunderschön mit einem klassischen Nasenflügelpiercing harmoniert. Sie ist aber auch anspruchsvoller: Beim Stechen ist mehr Druck zu spüren, die Schwellung kann deutlicher ausfallen und die Heilung dauert oft länger als beim normalen Nasenflügel.
- Nur Stecker. Ein Ring sitzt so weit oben nicht richtig, deshalb trägt man einen kleinen Stecker mit flacher Rückseite.
- Die Anatomie entscheidet. Die Rückseite des Schmucks braucht Platz in der Nase, deshalb schaut der Piercer vorher hinein.
- Behandle es sanft. Kräftiges Naseputzen oder Schlafen auf dieser Seite kann es monatelang reizen.
Septum Piercing
Gut gestochen geht ein Septum Piercing gar nicht durch Knorpel. Es führt durch den schmalen Streifen weicheren Gewebes direkt davor, unten an der Nasenscheidewand, den Piercer den Sweet Spot nennen. Deshalb ist es harmloser als gedacht: für den Bruchteil einer Sekunde intensiv, oft gefolgt von einem Niesreiz, und nach etwa 6 bis 8 Wochen abgeheilt.
Es ist außerdem das unauffälligste der sichtbaren Nasenpiercings, denn ein Clicker oder ein Hufeisen lässt sich nach dem Abheilen in die Nase hochklappen. Bei einem frischen Piercing solltest du das aber lassen, weil die Bewegung den Stichkanal reizt. Nicht jeder hat einen klar ausgeprägten Sweet Spot, und eine schiefe Nasenscheidewand kann seine Lage verändern, deshalb prüft ein guter Piercer das zuerst. Stöbere durch den Septum Schmuck, um die beliebtesten Formen zu sehen.
Bridge Piercing
Ein Bridge Piercing geht waagerecht durch die Haut oben an der Nasenwurzel, zwischen den Augen. Es berührt weder Knochen noch Knorpel: Es ist ein Oberflächenpiercing durch eine Hautfalte, deshalb fühlt es sich eher wie ein kräftiges Kneifen an als wie ein tiefes Knacken. Ein mutiger, grafischer Look, meist mit einem kurzen geraden oder gebogenen Barbell mit je einer Kugel an den Enden.
Weil es auf einer recht flachen Fläche sitzt, wandert ein Bridge leichter als ein Nasenflügelpiercing, und es gehört zu den Stellen aus unserem Guide zum Herauswachsen von Piercings. Die Heilung dauert meist mehrere Monate. Wie viel Haut sich dort greifen lässt, entscheidet, ob es bei dir funktioniert, und wenn du eine Brille trägst, kann das Gestell auf den Schmuck drücken. Nimm deine Brille mit, damit dein Piercer die Position beurteilen kann.
Seltenere Nasenpiercing Arten: Rhino, Nasallang und Austin Bar
Diese drei gelten als fortgeschrittene Piercings. Sie sind seltener, hängen stark von deiner Anatomie ab und gehören nur in die Hände eines Piercers mit echter Erfahrung darin. Lass dir vor der Buchung abgeheilte Beispiele seiner Arbeit zeigen.
- Rhino (vertikale Spitze). Ein gebogener Barbell tritt nahe der Nasenspitze ein und unten wieder aus, direkt vor dem Septum. Er geht durch dickes Gewebe an der Spitze, deshalb zählt es zu den intensiveren Nasenpiercings, und die Heilung dauert lange.
- Nasallang. Ein einziger gerader Barbell durchquert die ganze Nase in einem Zug: einen Nasenflügel, das Septum und den anderen Nasenflügel. Von vorne sieht es aus wie zwei Nasenstecker. Es ist anspruchsvoll beim Stechen und beim Abheilen, und nur manche Nasen haben die passende Form.
- Austin Bar. Ein gerader Barbell verläuft waagerecht durch die Nasenspitze, ohne Nasenflügel oder Septum zu durchstechen. Dafür braucht es eine eher breite Spitze und, wie bei den anderen, einen erfahrenen Piercer.
Wenn dir der Look gefällt, deine Anatomie aber nicht mitspielt, sagt dir ein guter Piercer das ehrlich. Diese Ehrlichkeit ist mehr wert als jedes Design.
Den richtigen Schmuck für jedes Nasenpiercing wählen
Der passende Schmuck hängt von der Stelle ab, und das erste Schmuckstück wählt immer dein Piercer, mit Rücksicht auf Schwellung und Heilung. Unser Guide zu den Arten von Piercingschmuck erklärt jede Form im Detail.
- Nasenflügel: zum Start ein Stecker mit flacher Rückseite, ein L-Stecker oder eine Nasenspirale; nach dem vollständigen Abheilen ein nahtloser Ring oder ein Clicker.
- Hoher Nasenflügel: ein kleiner Stecker mit flacher Rückseite, dauerhaft.
- Septum: ein Clicker, ein Hufeisen oder ein nahtloser Ring.
- Bridge: ein kurzer gerader oder gebogener Barbell.
- Rhino: ein gebogener Barbell; Nasallang und Austin Bar: ein gerader Barbell.
Am Nasenflügel starten viele mit einem Stecker mit flacher Rückseite wie unserem Nasenstecker aus Titan, weil er sich während der Heilung weniger bewegt als ein Ring. Egal, wofür du dich entscheidest: Implantat-Titan ist ein sinnvolles Material für ein frisches Nasenpiercing. Wenn es Zeit zum Wechseln ist, erklärt dir unser Guide, wie du einen Nasenring einsetzt, jeden Verschluss.
Wie du das richtige Nasenpiercing auswählst
Neben der Optik helfen dir ein paar praktische Punkte bei der Wahl:
- Dein Gesicht. Ein Nasenstecker ist dezent und passt zu fast jedem Gesicht; ein Septum rahmt die Mitte; ein Bridge lenkt den Blick nach oben. Probier einen kleinen Sticker oder einen Eyeliner-Punkt an jeder Stelle aus und mach ein Foto.
- Deine Anatomie. Die Form der Nasenflügel, der Platz in der Nase, der Sweet Spot am Septum und die Haut an der Nasenwurzel entscheiden, was möglich ist. Das kann nur ein Piercer bestätigen, der sich deine Nase ansieht.
- Dein Alltag. Wenn du es bei der Arbeit oder in der Schule verstecken musst, ist ein hochgeklapptes Septum am einfachsten. Kontaktsport, Masken und häufiges Naseputzen sind für Nasenflügel und Spitze härter.
- Brille. Das Gestell kann auf einem Bridge Piercing aufliegen, und manche Modelle sitzen nah an einem High Nostril. Bring deine Brille zum Termin mit.
- Geduld. Nasenflügel oder Septum sind ein tolles erstes Nasenpiercing. Heb dir die seltenen Stellen auf, bis du weißt, wie deine Haut heilt.
Häufige Fragen
Welches Nasenpiercing ist am häufigsten?
Der Nasenflügel, mit großem Abstand. Er geht schnell, heilt in einigen Monaten, steht den meisten Gesichtern und trägt Stecker wie Ringe. Er ist auch der übliche Einstieg, bevor ein High Nostril oder Double Nostril dazukommt. Die möglichen Formen findest du im Nasenpiercing Schmuck.
Welches Nasenpiercing tut am wenigsten weh?
Für die meisten der Nasenflügel: ein scharfer Stich, etwa 3 von 10, und schnell vorbei. Das Septum ist für einen Sekundenbruchteil intensiver, aber sehr kurz. Stellen durch festeren Knorpel oder dickeres Gewebe, etwa High Nostril, Rhino und Nasallang, fühlen sich meist stärker an.
Welches Nasenpiercing heilt am schnellsten?
Das Septum, wenn es durch den weichen Sweet Spot gestochen wird: etwa 6 bis 8 Wochen. Ein Nasenflügel braucht meist 4 bis 6 Monate, höhere und seltenere Stellen in der Regel länger.
Kann ich mir als Brillenträgerin die Nase piercen lassen?
Ja. Eine Brille stört Nasenflügel oder Septum selten. Nachdenken solltest du beim Bridge, weil das Gestell auf oder neben dem Schmuck aufliegen kann. Zeig deinem Piercer deine Brille, damit er es gut platziert, oder wähle eine andere Stelle.
— Die Stücke aus diesem Guide
Die meisten fangen mit Nasenflügel oder Septum an und bauen darauf auf. Egal, welche Stelle dich reizt: Wähle einen erfahrenen Piercer, starte mit gut sitzendem, verträglichem Metall und gib deinem Piercing die Zeit, die es zum Abheilen braucht.










