— Der Guide

Piercing & MRT: Was du vor der Untersuchung wissen solltest

Vom Aurea-Team · Aktualisiert am · 8 Min. Lesezeit

Piercing und MRT: warum Metall zählt, was Titan ändert und wie du dich vorbereitest. Die Entscheidung trifft immer die Radiologie.

Nahaufnahme eines verheilten Ohrs mit kleinen Titan-Steckern und einem Ring auf sanftem cremefarbenem Hintergrund

Ein Termin in der Röhre steht an und du fragst dich: Piercing, MRT – wie passt das zusammen? Damit bist du nicht allein. Ob mehrere Ohrringe, ein Nasenstecker oder ein Septum-Ring: Das ist meist die erste Frage, sobald die Terminbestätigung da ist. Die kurze Antwort: Metall und MRT-Gerät vertragen sich nicht ohne Weiteres. Das Team der Radiologie will deshalb über jedes Schmuckstück Bescheid wissen und bittet dich oft, es herauszunehmen. Hier erfährst du, warum Metall eine Rolle spielt, was Titan ändert (und was nicht) und wie du dich vorbereitest, ohne ein Piercing zu verlieren, an dem du hängst.

Kann man mit Piercings ins MRT?

Das hängt von der Praxis oder Klinik ab, von der Art der Untersuchung, der Körperregion und vom Schmuck selbst. Und diese Entscheidung trifft das medizinische Team, nicht du und nicht dein Piercer. Viele Einrichtungen bitten einfach alle, sämtlichen Metallschmuck abzulegen, bevor sie den Untersuchungsraum betreten, Piercings eingeschlossen. Andere prüfen jede Situation einzeln. Eines gilt überall: Du musst es sagen, am besten schon bei der Terminvereinbarung und noch einmal am Tag selbst.

Wenn du dich also fragst, ob ein MRT mit Piercing möglich ist, lautet die ehrliche Antwort: nur, wenn das Radiologie-Team zustimmt. Dieser Guide erklärt dir die Gründe hinter den Fragen, damit du gut vorbereitet kommst und dir Stress in letzter Minute ersparst.

Warum Metall im MRT eine Rolle spielt

Ein MRT-Gerät (Magnetresonanztomografie) arbeitet mit einem sehr starken Magneten und Radiowellen, um detaillierte Bilder vom Körperinneren zu erzeugen. Genau das macht es so nützlich, und genau deshalb nimmt das Personal Metall ernst. Drei Gründe werden am häufigsten genannt.

AnziehungErwärmungBildartefaktezieht manche Metalle anMetall kann warm werdenstört das Bild ringsum
Anziehung, Wärme und Bildartefakte: die drei Gründe, warum das Team nach jedem Metallteil fragt.
  • Magnetische Anziehung. Manche Metalle, sogenannte ferromagnetische, werden vom Magneten angezogen. Schmuck, der solche Metalle enthält, kann ziehen oder sich bewegen – das Letzte, was du an einem Piercing willst.
  • Erwärmung. Die Radiowellen während der Untersuchung können manche Metallgegenstände erwärmen, besonders wenn sie direkt auf der Haut liegen. Auch deshalb fragt das Personal nach Ringen, Creolen und allem, was eine Schlaufe bildet.
  • Bildartefakte. Metall kann das Bild in seiner Umgebung verwischen oder verzerren. Schon ein kleiner Stecker nahe der untersuchten Stelle kann genau das verdecken, was die Ärztin oder der Arzt sehen muss.

Wie stark jeder Punkt ins Gewicht fällt, hängt vom Metall ab, von Form und Größe des Schmucks, seiner Lage und dem verwendeten Gerät. Das ist Fachwissen, und genau deshalb entscheidet das Team der Bildgebung.

Ist Titanschmuck im MRT unbedenklich?

Implantat-Titan (ASTM F136) ist nicht ferromagnetisch. Es wird also nicht vom Magneten angezogen, wie es bei manchen Stählen oder nickelhaltigen Legierungen der Fall sein kann. Das ist ein echter Unterschied und einer der Gründe, warum Titan in der Medizin eingesetzt wird. Aber „nicht magnetisch“ heißt nicht automatisch „darf drinbleiben“: Auch Titanschmuck kann das Bild beeinflussen, und je nach Untersuchung hat das Team vielleicht andere Bedenken.

Der Schmuck von Aurea besteht aus Implantat-Titan, und trotzdem sagen wir dir nicht, er sei „MRT-sicher“: Keine Schmuckmarke kann das für deine Untersuchung entscheiden. Unser Material-Guide erklärt die Unterschiede zwischen Titan, Stahl und anderen Metallen, falls du genau wissen willst, was du trägst.

Zwei Dinge erleichtern das Gespräch mit dem Personal:

  • Wisse, woraus dein Schmuck ist. „Implantat-Titan“ oder „Chirurgenstahl“ hilft mehr als „silberfarben“. Wenn du nicht sicher bist, welches Modell du trägst, hilft dir unser Guide zu den Arten von Piercingschmuck, es zu benennen.
  • Erwähne Beschichtungen und Steine. Eine PVD-Goldbeschichtung, Kristalle oder Zieraufsätze können aus anderen Materialien bestehen als der Stab selbst – sag es dazu.

MRT, Röntgen, CT und Operation: Was ändert sich?

Auch bei anderen Untersuchungen sind Piercings ein Thema, aus unterschiedlichen Gründen. Die Tabelle gibt nur einen groben Überblick; die Anweisungen, die du bekommst, haben immer Vorrang.

EingriffWarum der Schmuck zähltWas dich erwartet
MRTStarker Magnet und RadiowellenOft: allen Metallschmuck ablegen
RöntgenMetall ist auf dem Bild sichtbarEventuell: Schmuck nahe der Region ablegen
CTMetall kann das Bild störenEventuell: Schmuck nahe der Region ablegen
OperationSicherheit im OPOft: Schmuck ablegen – vorher nachfragen

Röntgen und CT arbeiten ohne Magnet, hier geht es vor allem um die Bildqualität. Vor einer Operation gibt es verschiedene Gründe: die Geräte, die während des Eingriffs genutzt werden, mögliche Schwellungen oder bei Piercings im Mund den Zugang zu Mund und Atemwegen, um nur einige zu nennen. Egal um welchen Eingriff es geht: Frag das Team, sobald du einen Termin hast, damit du Zeit zum Planen hast.

So bereitest du dich auf ein MRT mit Piercings vor

  1. Sag es schon bei der Terminvereinbarung. Zähl alle Piercings auf, auch die, die man gern vergisst: Bauchnabel, Brustwarzen, Intimpiercings, Zunge, hinter dem Ohr.
  2. Frag, was von dir erwartet wird. Alles herausnehmen? Nur den Schmuck nahe der untersuchten Region? Sind Retainer ohne Metall erlaubt? Kläre das vor dem Termin.
  3. Üb das Herausnehmen. Wenn du noch nie selbst Schmuck entfernt hast, probier es ein paar Tage vorher, nicht erst in der Umkleide. Unser Guide zum Wechseln oder Entfernen eines Piercings erklärt Schraubverschlüsse, Threadless (Push-Pin) und Clicker.
  4. Nimm ein kleines Etui mit. Ein sauberes Täschchen oder Döschen hält alles zusammen, auch winzige Aufsätze und Verschlüsse, die schnell verloren gehen.
  5. Sei am Tag selbst ehrlich. Meist geht das Personal einen Sicherheitsfragebogen mit dir durch. Nenne jeden Schmuck, den du nicht herausbekommen hast, statt zu hoffen, dass es egal ist.

Deine Optionen, damit das Loch nicht zugeht

Die Sorge ist verständlich: Manche Piercings ziehen sich schnell zusammen, sobald sie leer sind. Je nach Situation gibt es ein paar Möglichkeiten, die du mit der Praxis und deinem Piercer besprechen kannst.

Abgeheilte Piercings: herausnehmen, wieder einsetzen

Bei einem gut abgeheilten Piercing reicht es oft, den Schmuck für die Dauer der Untersuchung herauszunehmen. Manche Löcher, etwa bestimmte Nasen- oder Knorpelpiercings, können sich schneller verengen als gedacht. Setz den Schmuck also wieder ein, sobald du darfst, mit sauberen Händen. Wenn er nicht hineingeht, nicht mit Gewalt: Ein Piercer kann helfen.

Retainer ohne Metall

Retainer aus Glas, PTFE oder Bioplast gibt es genau dafür: Sie halten ein Piercing offen, ganz ohne Metall. Manche Einrichtungen akzeptieren sie, andere möchten lieber gar nichts im Piercing sehen. Frag vorher und gib sie an, auch wenn sie nicht aus Metall sind. Ein Piercer hilft dir, die passende Größe zu wählen und den Retainer einzusetzen, vor allem bei einem Piercing, das du noch nie selbst gewechselt hast. Mit unserem Guide zu Stärken und Größen notierst du vorher deine aktuellen Maße.

Frische oder noch heilende Piercings

Ein Piercing, das erst ein paar Wochen alt ist, ist der heikelste Fall: Den Schmuck zu entfernen kann schwierig sein, das Loch kann schnell zugehen, und das Wiedereinsetzen kann den heilenden Stichkanal reizen. Sag der Praxis früh, dass das Piercing frisch ist, und sprich mit deinem Piercer, sobald du den Termin kennst. Gemeinsam schaut ihr, was möglich ist: ein Retainer ohne Metall, ein Termin im Studio zum Herausnehmen und Wiedereinsetzen oder, wenn die Untersuchung lange im Voraus geplant ist, mit einem neuen Piercing bis danach zu warten. Nach der Untersuchung kehrst du zu deiner gewohnten Pflegeroutine zurück.

Was tun, wenn ein Piercing nicht herausgeht?

Manchmal klemmt ein Ring, eine Kugel sitzt zu fest oder ein Piercing ist zu frisch, um es zu öffnen. Greif nicht in letzter Minute zur Zange und zwing nichts: Du riskierst, das Piercing zu verletzen. Sag der Praxis vorab Bescheid und frag einen professionellen Piercer, der Schmuck in der Regel sicher entfernen oder tauschen kann. Wenn du vor oder nach der Untersuchung Rötung, Wärme, Schwellung oder Ausfluss rund um ein Piercing bemerkst, hilft dir unser Guide zu einem entzündeten Piercing einzuschätzen, wann du zum Arzt solltest.

Wichtig: Dieser Guide enthält allgemeine Informationen und ersetzt keine ärztliche Beratung. Nur die Radiologie oder das medizinische Team, das deine Untersuchung durchführt, kann entscheiden, ob Schmuck drinbleiben darf, und seine Anweisungen haben immer Vorrang. Bei Zweifeln zu einem Piercing frag dort nach oder wende dich an einen professionellen Piercer; bei gesundheitlichen Fragen geh zum Arzt.

Häufige Fragen

Muss ich meine Piercings fürs MRT herausnehmen?

Oft ja. Viele Einrichtungen verlangen, dass aller Metallschmuck abgelegt wird, andere entscheiden im Einzelfall. Nur das Team, das dich untersucht, kann es dir sagen – frag also schon bei der Terminvereinbarung.

Ist Titan magnetisch?

Implantat-Titan ist nicht ferromagnetisch und wird daher nicht wie manche Stähle vom Magneten angezogen. Es kann die Bilder trotzdem beeinflussen, und ob es drinbleiben darf, entscheidet das Radiologie-Team.

Darf ich im MRT einen Retainer aus Glas oder Kunststoff tragen?

Manchmal. Retainer aus Glas, PTFE und Bioplast enthalten kein Metall, und manche Einrichtungen akzeptieren sie, während andere ein leeres Piercing bevorzugen. Frag vorher und erwähne sie am Tag selbst.

Geht mein Piercing während der Untersuchung zu?

Ein gut abgeheiltes Piercing bleibt für die Dauer einer Untersuchung oft offen, aber manche Löcher verengen sich schnell, vor allem frische und manche Nasen- oder Knorpelpiercings. Setz deinen Schmuck wieder ein, sobald du darfst, und frag einen Piercer, wenn er nicht mehr hineingeht.

Muss ich Piercings fürs Röntgen oder CT herausnehmen?

Nicht immer, aber du wirst vielleicht gebeten, Schmuck nahe der untersuchten Region abzulegen, weil Metall auf dem Bild sichtbar ist. Halte dich an die Anweisungen, die du bekommst.

— Die Stücke aus diesem Guide

  • Labret Stecker Titan mit Kristall in Zargenfassung – hypoallergenes, nickelfreies Piercing, poliert, für Helix, Tragus, Lippe

    Labret Stecker Titan (Flat Back)

    (30)

    35,90€ 25,13€

  • Nasenstecker Titan mit Kristall in Krappenfassung – nickelfrei, G23, Aurea

    Nasenstecker Titan

    (41)

    26,90€ 21,52€

  • Septum Clicker Titan, Doppelring vorne mit Kristall-Pavé – Aurea

    Septum Clicker Titan

    (24)

    31,90€ 25,52€

  • Nasenring Titan, schlichter Segmentring mit Scharnier – Aurea

    Nasenring Titan

    (36)

    31,90€ 25,52€

Piercing und MRT sind vor allem eine Frage der Kommunikation. Gib jedes Schmuckstück an, frag, was die Praxis erwartet, plane das Herausnehmen oder einen Retainer rechtzeitig und folge am Tag selbst den Anweisungen des Teams. Ein Piercing lässt sich danach immer mit Hilfe eines Piercers regeln; in dem Moment zählt die Untersuchung.